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Trinkwasserhygiene

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel, es kann nicht ersetzt werden.

Stellen Sie als Hausbesitzer die gesundheitlich und hygienisch einwandfreie Qualität des Trinkwassers in Ihrer Hausinstallation sicher – lassen Sie ihr Trinkwasser untersuchen. Schützen Sie sich, Ihre Mieter und Ihre Gäste vor Krankheiten, die durch Legionellen und andere Mikroorganismen verursacht werden.

Haufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der Tinkwasserverordung (FAQ)

Wer ist von der gesetzlichen Untersuchungspflicht auf Leginoellen-Befall betroffen?

Betroffen sind Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation,
•die eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung betreiben und
•die Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben und
•die Duschen oder ähnliche Einrichtungen vorhalten, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.(siehe § 14 Abs.3 TrinkwV 2001).

Großanlagen zur Trinkwassererwärmung sind gemäß der Trinkwasserverordnung (§ 3 Nummer 12 TrinkwV 2001) und entsprechend der technischen Regel des DVGW W 551 Anlagen mit einem Speichervolumen von mehr als 400 Litern und/oder 3 Litern in jeder Rohrleitung zwischen Ausgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle.

Eine gewerbliche Tätigkeit ist nach § 3 Abs.10 TrinkwV 2001 eine im Rahmen einer Vermietung oder einer sonstigen selbständigen, regelmäßigen mit der Erzielung eines Gewinnes verbundene Tätigkeit, bei der zielgerichtet Trinkwasser abgegeben wird. Somit fallen unter diese Definition auch Mehrfamilien - und Mietshäuser mit Erwärmungsanlagen der oben genannten Größe.

Nicht unter diese Definition fallen generell Eigenheime, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie weiterhin Häuser mit Anlagen, deren Warmwasservolumen unterhalb der oben genannten 400 bzw. 3 Liter liegt.

Warum sind gesetzliche Neuregelungen in Bezug auf Legionellen notwendig?

In Trinkwasserinstallationen, die nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen, können sich Legionellen stark vermehren. Es ist besonders dann gegeben, wenn Wasser tagelang in Leitungen bei Temperaturen zwischen 25 und 55 Grad Celsius (°C) stagniert. Dies ist häufig der Fall, wenn selten oder gar nicht genutzte endständige Leitungen noch am Netz hängen oder andere technische Mängel vorliegen. Ein Risiko kann deshalb auch durch längere Zeit leerstehende Mietwohnungen drohen. Hier kann im schlimmsten Fall das Trinkwassersystem des ganzen Hauses kontaminiert werden. Die in den vergangenen Jahren gemeldeten Legionellose Fälle zeigen, dass das Infektionsrisiko keineswegs nur auf öffentlich genutzte Gebäude wie Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime beschränkt ist. Daher erweitert die geänderte Trinkwasserverordnung die Untersuchungspflicht auch auf Mietshäuser und andere gewerblich genutzte Gebäude.
 
Durch diese Regelungen soll der Gesundheitsschutz für die Bevölkerung verbessert werden.

In Deutschland ist die Legionellose die bedeutendste Krankheit, die durch Wasser übertragen werden kann. Legionellen sind Bakterien, die sich im warmen Wasser vermehren. Sie können im Trinkwasser, in Klimaanlagen oder Rückkühlsystemen vorkommen. Werden Legionellen eingeatmet, können sie schwere Lungenentzündungen, die sog. Legionellose oder Legionärskrankheit, hervorrufen. Die Legionellose ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Eine Infektion mit Legionellen kann aber auch eine leicht verlaufende, grippeähnliche Erkrankung, das Pontiac Fieber verursachen.

Was müssen Vermieterinnen und Vermieter konkret tun?

Sie haben zu prüfen, ob für die Trinkwasser-Installation eine Untersuchungspflicht besteht.

Vermieter müssen ihre Anlagen auf Legionellen untersuchen lassen und haben damit ein Labor zu beauftragen. Sie tragen auch die Kosten der Untersuchung (siehe dazu § 14 Abs. 3 in Verbindung mit Anlage 3 Teil II und Anlage 4 Teil II Buchstabe b TrinkwV 2001).

Vermieter haben dafür zu sorgen, dass geeignete Probennahmestellen vorhanden sind (§ 14 Abs.3 TrinkwV 2001). Das bedeutet auch, dass diese desinfizierbar sind. Unter Umständen sind nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik geeignete Probennahmestellen einzurichten.

Vermieter müssen dem Gesundheitsamt das Ergebnis der Untersuchung nicht melden, so lange der technische Maßnahmenwert nicht überschritten wurde (§ 15 Abs.3 TrinkwV 2001). Falls der technische Maßnahmenwert von 100 Legionellen in 100 ml Trinkwasser überschritten wird (§ 16 Abs. 1 TrinkwV 2001) ist der Vermieter verpflichtet, dies dem zuständigen Gesundheitsamt unverzüglich anzuzeigen. Zudem hat der Vermieter unverzüglich (§ 16 Abs. 7 TrinkwV 2001):

1.selbst Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen; diese Untersuchungen müssen eine Ortsbesichtigung sowie eine Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) einschließen,
2. eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen,
3. die Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen, die nach den a.a.R.d.T. zum Schutz der Gesundheit
der Verbraucher erforderlich sind,
4. das zuständige Gesundheitsamt des Bezirks über die ergriffenen Maßnahmen zu unterrichten und
5. die betroffenen Verbraucher über das Ergebnis der Gefährdungsanalyse und mögliche Einschränkungen der Verwendung des Trinkwassers zu informieren.

Zu diesen Maßnahmen hat der Vermieter Aufzeichnungen zu führen oder führen zu lassen, die zehn Jahre lang aufzubewahren und dem Gesundheitsamt nach Anforderung vorzulegen sind. Empfehlungen zur Durchführung einer eefährungsanalyse gemäß Trinkwasserverordnung hat das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht.

Ihr Vorteil: Gewissheit über den Zustand Ihres Trinkwassers

Was ist bei der Probennahme zu beachten?

In jeder Trinkwasser-Installation sind im Rahmen einer systemischen Untersuchung (entspricht einer orientierenden Untersuchung DVGW Arbeitsblatt W 551 Abschnitt 9.1) am Abgang der Leitung vom Trinkwassererwärmer sowie am Wiedereintritt in den Trinkwassererwärmer (Zirkulationsleitung) Proben zu entnehmen. Zusätzlich sind Proben in der Peripherie zu entnehmen, so dass jeder Steigstrang erfasst wird. Dies bedeutet nicht, dass Proben aus allen Steigsträngen zu entnehmen sind. Voraussetzung für die Auswahl ist, dass die beprobten Steigstränge eine Aussage über die nicht beprobten Steigstränge zulassen (z. B. weil sie ähnlich gebaut sind, gleichartige Gebäudebereiche versorgen und gleich genutzt werden oder möglichst hydraulisch ungünstig liegen). Bei Trinkwasser-Installationen mit vielen Steigsträngen sind primär die Bereiche zu berücksichtigen, in denen das Wasser zum Duschen entnommen wird. Alternativ können auch alle Steigstränge beprobt werden.[2] Die Untersuchungen sind mindestens alle drei Jahre durchzuführen. Die erste Untersuchung
muss bis zum 31.12.2013 abgeschlossen sein (Anlage 4 Teil II Buchstabe b TrinkwV 2001). Die Probenahme erfolgt durch Fachleute (d.h. ausschließlich akkreditierte Probenehmer des Labors).

Welche Verpflichtungen haben die Unternehmer und die sonstigen Betreiber von Trinkwasser-Installationen, die nicht explizit nach TrinkwV untersuchungspflichtig sind?

Zusätzlich zu den Angaben in der TrinkwV mit Hervorhebung von untersuchungspflichtigen Anlagen auf Legionellen ist darauf zu verweisen, dass auch die dort (vermeintlich) nicht mit einbezogenen Anlagen, so in Ein- und Zweifamilienhäusern (beispielsweise auch zutreffend im Zusammenhang mit "Ferien auf dem Bauernhof"), Bürogebäuden, Werkstätten u.a.m. mit auch nicht gewerblicher Wasserabgabe über Zapfhähne und Duschen dem zentralen Anspruch der TrinkwV unterliegen. Dort heißt es in § 4 Allgemeine Anforderungen unter (1): Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein. Diese Anforderung gilt als erfüllt, wenn bei der Wasseraufbereitung und der Wasserverteilung mindestens die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden und das Trinkwasser den Anforderungen der §§ 5 bis 7 entspricht. Für alle Großanlagen, auch wenn diese nicht im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit Trinkwasser abgeben, sehen die technischen Regeln neben den Anforderungen an Planung, Ausführung und Betrieb auch regelmäßige Untersuchungen vor.

Weiterhin sind Pflichten aus anderen Rechtsbereichen z. B. aus Hygienebestimmungen für medizinische Einrichtungen (MedHygV), aus der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht (BGB § 823), aus Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung und aus der Fürsorgepflicht als Arbeitgeber zu berücksichtigen.


Wie kann man abschätzen, ob eine Trinkwasser-Installation in Ordnung ist?

1.Wassertemperaturen an der Zapfstelle prüfen, am besten mit Thermometer!
a. Warmwasser = 55°C nach max. 3 Liter Ablauf
b. Kaltwasser = 25 °C

2.Anlagentemperaturen der Warmwasserbereitung prüfen!
a.Warmwasser-Vorlauf (Leitung, die oben aus dem Warmwasserspeicher kommt) = 60°C?
b.Zirkulations-Rücklauf (Leitung mit Pumpe, die meist mittig in den Warmwasserspeicher geht) = 55°C? Achtung: Fest eingebaute Thermometer sind oft ungenau. Im Zweifelsfall die Wassertemperatur in einer Probe messen!

3.Sind alle Zirkulationsleitungen gleichmäßig heiß?
4.Läuft die Zirkulationspumpe mindestens 16 Stunden am Tag?
5.Erfolgt eine jährliche Wartung der Trinkwasser-Installation?

Wenn Sie die vorgenannten Fragen alle mit Ja beantworten können, wird auch die nächste Laboruntersuchung wahrscheinlich ein erfreuliches Ergebnis bringen. Auch dezentrale Warmwasserbereitung über Durchlauferhitzer oder Wärmetauscher sind i.d.R. unkritisch, wenn sie mit Temperaturen über 50°C betrieben werden. Kurzzeitige Unterschreitungen der Temperaturen bei hohem Warmwasserverbrauch sind meist unbedenklich. Andernfalls sollten Sie, ggf. zusammen mit Ihrem Installateur, die Anlage optimieren, selbst wenn diesmal die Laboruntersuchung noch kein auffälliges Ergebnis gebracht hat.

Am höchsten belastet ist immer das Wasser, das auf den letzten Metern vor der Zapfstelle steht. Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie vorsichtig die ersten Liter ablaufen lassen, insbesondere nach längerer Abwesenheit.

Wenn der Warmwasserspeicher durch eine sogenannte Legionellenschutzschaltung periodisch hochgeheizt wird, ist das nur wirksam, wenn dabei die gesamte Zirkulation mit erfasst wird.


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